Die Mark Brandenburg von Albrecht dem Bär bis Friedrich I

Anfänge der Mark Brandenburg unter den Askaniern

Die eigentliche Besiedlung der Mark Brandenburg beginnt 1134, als Albrecht von Ballenstedt, der auch der Bär genannt wird, von Kaiser Lothar III. die Nordmark als Lehen erhält. Die Nordmark wurde im 10. Jh. eingerichtet und umfaßt die Mark Brandenburg und einige kleine Gebiete um sie herum. Ein großer Teil der Mark Brandenburg wurde jedoch nach ihrer Einrichtung an die Slawen verloren. Das erste was Albrecht tut, ist die Zurückeroberung der verlorene Gebiete, im Verlaufe derer er 1157 die Stadt Brandenburg erobert. Nach der Eroberung der Stadt nennt er sich nach ihr, nämlich Markgraf von Brandenburg.

Unter Albrecht beginnt auch die planmäßige Koloniesierung und Christianisierung der Mark. Als Albrecht 1170 stirbt übernimmt sein Sohn Otto I. die Mark, dieser hat bereits seit 1144 an der Seite seines Vaters regiert. 1177 wird dem Markgraf von Brandenburg erstmals die Würde eines Reicherzkämmerers verliehen. Während der Christianisierung Brandenburgs tut sich ein geistlicher Orden besonders hervor, nämlich die Zisterzienser, sie gründeten mehrere Klöster. Unter diesen Klöstern befand sich auch das Kloster Lehnin das den Askaniern als Grablege diente.

Otto I. folgt 1184 Otto II. als Markgraf unter dem die Koloniesierung der Mark fortgesetzt wird, genauso wie unter seinem Nachfolger Albrecht II. der von 1205-1220 die Mark regiert. 1220 regieren Johann I. und Otto III. gemeinsam die Mark. Sie erlangen nach innen und außen eine bedeutende Machtstellung, während ihrer Regierungszeit werden viele Städte und Klöster gegründet. Sie dehnen ihre Territorialpolitik über die Oder nach Osten aus.

1231 bestätigt der Kaiser Friedrich II. ein Privileg, welches den Markgrafen von Brandenburg die Lehenshoheit über Pommern zusagt. Von 1250-1253 erwerben sie die Uckermark, das Land Lebus und die Neumark, diese erstreckt sich jenseits der Oder und wird bald erweitert. 1252 wird Johann I. als erster brandenburgischer Markgraf zum bevorrechtigten Königswähler. Johann I. und Otto III. teilen 1258 ihr Land und die Hofhaltung untereinander auf. Nach dem Tod der beiden Markgrafen 1266 und 1267 bestätigen 1268 ihre beiden Söhne die Teilung endgültig. Von nun an regiert die johannische Linie von Stendal aus und die ottonische von Salzwedel.

Unter dem Markgrafen Otto IV. kommt es von 1278-1283 zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Erzstift Magdeburg in deren Otto IV. mehrere Niederlagen hinnehmen muß. 1308 wird Woldemar der Große Markgraf von Brandenburg. Woldemar und Otto IV. ziehen 1308/09 nach Danzig und erobern die Stadt. Dies tun sie, um ihre Ansprüche auf Pommern zu bekräftigen, doch das einzige was sie mit der Eroberung Danzigs erreichen, ist eine militärische Intervention des Deutschen Ordens. Gegen den Deutschen Orden können sie sich allerdings nicht behaupten und sind am Ende gezwungen ihre Rechte zu verkaufen. Der Friede von Templin besiegelt 1317 die Niederlage Woldemars gegen eine Koalition norddeutscher Fürsten, die vom Dänenkönig angeführt werden. Als Folge dieser Niederlage verliert Brandenburg seine Ostseestellung. Mit dem Tod von Woldemar und seinem unmündigen Vetter Heinrich, 1319/20, erlischt das Haus der Askanier in Brandenburg.

Als Abschluß kann man über die Zeit der Askanier in Brandenburg sagen, daß unter ihnen, in der Mark Brandenburg ein sehr starker wirtschaftlicher Aufschwung und auch ein sehr starker Anwuchs der Bevölkerung stattfand. Während der Zeit der Askanier von 1134 bis 1320 wurden etwa 2500 Dörfer und Städte gegründet oder auf alten wendischen erneuert.

Die Mark Brandenburg unter Wittelsbachern, Luxemburger und den ersten Hohenzollern

Nach dem Tod der letzten beiden Askanier bricht in der Mark eine unruhige Zeit an. Im 14. Jh. wird die Mark ein Spielball der führenden Kaiserdynastien. Sie erleidet nach außen beträchtliche Gebietsverluste. 1323 belehnt König Ludwig der Bayer seinen Sohn mit der Mark, dieser muß dabei die Lehenshoheit für Pommern aufgeben und territoriale Einbußen hinnehmen.

Nach dem Tod von Kaiser Ludwig dem Bayer 1348 erscheint in Magdeburg der falsche Woldemar, dieser gibt sich für den 1319 verstorbenen askanischen Markgrafen aus. Er findet vor allem bei den Gegnern Brandenburgs Gehör, am meisten allerdings beim neugewählten deutschen König Karl IV., der aus dem Haus der Luxemburger stammt, welches mit den Wittelsbachern verfeindet ist. Karl IV. gibt Woldemar militärische Unterstützung, er scheitert jedoch bei der Belagerung von Frankfurt and der Oder. Vor allem die Städte sprechen sich für Woldemar aus, während der Adel auf dem Land zu den Wittelsbachern hält. 1350 gibt König Karl IV. den falschen Woldemar als Betrüger preis, doch dieser gibt sein Herrschaftsrecht erst 1355 auf.

1351 überläßt Ludwig I. der Ältere seinen Brüdern Ludwig II. und Otto dem Faulen die Mark. 1363 erlangt Kaiser Karl IV. im Erbvertrag von Nürnberg das Recht seinem ältesten die Mark zu geben, falls die beiden Wittelsbacher kinderlos sterben würden. 1373 verzichtet der Markgraf Otto unter militärischem Druck im Vertrag von Fürstenwalde auf die Mark, zugunsten des Kaisers. Dieser gibt es an seine Söhne Wenzel und Sigismund.

Auf dem Landtag von Guben, 1374, erfolgt die Erbvereinigung Brandenburgs mit dem von den Luxemburgern regierten Königreich Böhmen. Die Mark kann allerdings in der Folge ihre Eigenständigkeit bewahren. Der 1376 zum römischen König gewählte Wenzel übergibt die Mark 1378 an seinen Bruder Sigismund, dieser wird 1387 zum ungarischen König. 1397 übernimmt der Luxemburger Jobst von Mähren die Mark. Ihm war sie bereits seit 1388 verpfändet. Seine Regierungszeit bildet wohl den Tiefpunkt in der Entwicklung der Mark. 1402 verkauft Sigismund die Neumark jenseits der Oder an den Deutschen Orden, allerdings mit einem Rückkaufsrecht.

1404-1412 nutzt der Adel die Schwäche der Landesregierung aus, um seine Macht unbeschränkt zu entfalten. Durch das überhandnehmende Fehdewesen werden die wirtschaftlichen Grundlagen der Mark endgültig zerstört. Nachdem 1411 Jobst gestorben ist, bestellt der inzwischen auch zum Römischen König gewählte Sigismund, den Burggrafen von Nürnberg Friedrich VI. aus dem Hause Hohenzollern zum obersten Hauptmann und Verweser der Mark. Friedrich VI. erscheint 1412 erstmals in der Mark und unterwirft mit Hilfe des Erzbischofs von Magdeburg und dem Herzog von Sachsen bis 1414 in harten Kämpfen den aufständigen Adel. Am 30. April 1415 räumt König Sigismund Friedrich I. (ehemals VI.) die markgräfliche und kurfürstliche Würde ein, ehe er ihn am 18. April 1417 mit der Mark Brandenburg und der Würde des Reicherzkämmerers belehnt.

Kurfürst Friedrich I. kann sich 1419/20 militärisch gegen eine Koalition des skandinavischen Unionskönigs mit Polen, Mecklenburg und Pommern behaupten. 1421 schließt Friedrich I. mit dem polnischen König ein Bündnis gegen den Deutschen Orden, der immer noch die Neumark in seinem Besitz hat. Dieses Bündnis belastet allerdings das Verhältnis zwischen König Sigismund und dem Kurfürsten, da der König die Polen mit den Hussiten im Bunde glaubt. 1424/25 bricht König Sigismund endgültig mit dem Kurfürsten und verbündet sich mit den Gegnern Brandenburgs. Dieser Koalition unterliegt Friedrich I. da sein polnisches Bündnis versagt. 1426 verläßt Friedrich I. die Mark und gibt die Regentschaft in die Hände seines Sohnes Johann. Friedrich zieht sich auf Cadolzburg in Franken zurück wo er 1440 stirbt.