Trinkwasserversorgung in Potsdam

Für Milliarden von Menschen ist frisches Trinkwasser noch heute ein Traum. Doch auch in unserer Stadt gab es nicht immer Trinkwasser. Vor 130 Jahren (1876) begann in Potsdam die Trinkwasserversorgung. Die Anfänge waren mühsam und der Wasserbedarf stieg stetig mit dem Wachstum der Stadt. In der Vergangenheit wie auch heute werden beeindruckende Leistungen von den Mitarbeitern des Wasserbetriebs erbracht. Auch wenn Potsdam eine Wasserreiche Stadt ist, sollte mit den Ressourcen sparend umgegangen werden. Vom Start in der Bertinistraße im Jahr 1876 bis zu den heutigen ferngesteuerten Anlagen war es ein langer Weg.

Am 1. Juli 1876 hieß es endlich: "Wasser marsch!"

Schwerfällig setzten sich an diesem historischen Tag im 1. Potsdamer Wasserwerk in der Bertinistraße die schnaufenden Dampfmaschinen in Bewegung und trieben die beiden Pumpen an, die aus einer Tiefe von 20-40 Metern das kostbare Nass ans Tageslicht förderten. Beachtliche 5.000 Kubikmeter Wasser aus 15 Brunnen waren es täglich. Das sind 5 Mio. Liter. Vom Wasserwerk wurde das Wasser in den 4.000 Kubikmeter fassenden Hochbehälter auf dem Pfingstberg gepumpt. Von dort aus gelangte es durch ein 43,7 Kilometer langes Rohrnetz zu den 1.152 Anschlussstellen der Stadt.

Mittels einer neuzeitlichen Enteisungsanlage, wurde dem Wasser Eisen und Mangan entzogen. Von nun an hatten die Potsdamer ein sauberes und wohlschmeckendes Trinkwasser. Mit dem Bau der Wasserwerke Wildpark und Nedlitz, wurde das bis dahin veraltete Wasserwerk in der Bertinistraße stillgelegt. Die beiden Werke und einige weitere wurden bis 1945 als Hauptwerke benutzt.

Nach dem Krieg wurde das Wasserwerk in der Bertinistraße komplett mit den modernsten Geräten und Anlagen ausgestattet. Doch der Anfang des neuen Wasserwerks war sorgenvoll. Was nützen die leistungsstärksten Pumpen, die besten Filter, wenn das Grundwasser knapp wurde. Man hat also neue, sehr erfolgreiche, Bohrungen gemacht und sich auf eine bestimmte Fördermenge geeinigt. An qualitativ Hochwertigem aus diesem Werk, wird es wohl nicht mehr mangeln.

Lauf des Wassers

Zuerst sammelt sich das Grundwasser in einem 50-60 Meter tiefen Schacht in dem sich eine Pumpe befindet. Das Grundwasser wird vom Brunnen aus zur Filterhalle befördert, wo es durch einen Luftmischer muss, um anschließend im Einstufendruckfilter gereinigt zu werden. Von hier an wird das saubere und das nicht gefiltertes Wasser getrennt. Das ungefilterte Wasser wird zum Absetzbecken geleitet und das saubere wird weiter bearbeitet. Nachdem es diesen Prozess durchlaufen hat, wird es zu den Rohrgitterkaskaden gepumpt, um dort an die Richtlinien der deutschen Trinkwasserverordnung, wie z.B. den Anteil von Kohlenstoffdioxid angepasst zu werden. Jetzt ist das ehemalige Grundwasser endlich zu Trinkwasser geworden und wird nun in riesigen Reinwasserbehältern, die sich unter der Erde befinden, aufbewahrt. Durch 3 Pumpen wird das Wasser nun in das Versorgungsnetz gepumpt.